Anlagenbestand birgt enormes CO2-Einsparpotenzial
Handlungsbedarf besteht insbesondere im Gebäudebestand. Nach Zahlen des Bundesverbandes der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) gelten von den rund 21,6 Millionen installierten Anlagen in deutschen Heizungskellern rund 10 Millionen Heizungen als technisch veraltet2. Hier liegt ein enormes CO2-Einsparpotenzial. So führte der Austausch veralteter Heizungstechnik in den Jahren 2022 bis 2024 insgesamt zu einer CO2-Einsparung von jährlich 6,8 Millionen Tonnen3. Seit zwei Jahren ist der Absatz von Heizungen in Deutschland unter anderem aufgrund politischer Unsicherheiten jedoch rückläufig und erreichte im letzten Jahr mit 627.000 Anlagen den niedrigsten Stand seit 15 Jahren4. Dabei sollte es für Gebäudeeigentümer und Hausbesitzer keine Option sein, die Heizungsanlage nicht zu modernisieren, zumal die attraktiven Förderkonditionen nach wie vor gelten. Denn die CO2-Bilanz und die Energieeffizienz des Gebäudes beeinflussen nach Einschätzungen von Immobilienexperten der Sparkassen und Landesbausparkassen (LBS) den Wert und Kaufpreis signifikant5. Besonders Immobilien mit schlechter Energieeffizienz (oft Klasse E bis H), die hohe Sanierungskosten verursachen, sind stärker von Preisrückgängen betroffen, da Käufer diese Kosten in ihre Preisvorstellungen einpreisten.
Namhafte Marktplayer zeigen Lösungen für die Wärmewende
Einen umfassenden Überblick über den neuesten Stand der Technik im Heizungsbereich erhalten Fachbesuchende in den Hallen A1 und A4 auf der GET NORD. Zu den namhaften Herstellenden, die hier ihre hocheffizienten heizungstechnischen Lösungen präsentieren, zählen beispielsweise August Brötje, ATEC, Bosch Thermotechnik, Danfoss, ETA Heiztechnik, Fröling Heizkessel und Behälterbau, Hansa Heiztechnik, Hargassner, Kermi, Maico Elektroapparate Fabrik, ÖkoFEN Heiztechnik, Oventrop, Qvantum Energietechnik, Variotherm Heizsysteme, Max Weishaupt und Wolf. Neben hybriden Heizsystemen, Wärmepumpen-Technologien, Pelletkesseln und Anlagen zur Kraftwärmekopplung werden Brennwertgeräte für flüssige und gasförmige Energieträger gezeigt. Die Digitalisierung der Heizungstechnik, und das Zusammenspiel der energetisch relevanten Produkte – wie der PV-Anlage, des E-Autos und der Wärmepumpe durch Energiemanagementsysteme – stehen ebenfalls im Fokus. Die vorgestellten Produkte reichen von smarten Thermostaten für Privathaushalte bis hin zu KI-gestütztem Energiemanagement für ganze Gebäudekomplexe.
Daneben informiert der Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) in Halle A1, Stand 200 über aktuelle energiepolitische Entwicklungen mit Relevanz für den Wärmesektor sowie über technische Entwicklungen und Trends rund um moderne Heizungssysteme. Insbesondere das von der Bundesregierung veröffentlichte Eckpunktepapier für das Gebäudemodernisierungsgsetz (GMG) ist von großer Bedeutung für die Hersteller: „Nach zwei Jahren politischer Unsicherheit und einer schwachen Marktentwicklung eröffnet sich nun die Chance für eine Belebung des Wärmemarktes. Die Eckpunkte bringen Entbürokratisierung und mehr Verständlichkeit für Verbraucher beim Heizungstausch mit sich. Was die Heizungsindustrie jetzt braucht, sind stabile politische Rahmenbedingungen und eine gesunde Nachfrage, nicht erneute Volatilität und eine emotionale politische Debatte. Die GET NORD bietet hier eine gute Gelegenheit für den fachlichen Austausch zwischen Industrie und Fachhandwerk“, so BDH-Hauptgeschäftsführer Markus Staudt.
SHK-Handwerk in der Pole Position
Das SHK-Handwerk ist für die Dekarbonisierung des Gebäudesektors von entscheidender Bedeutung. Denn der Gebäudebestand ist heterogen, weshalb es keine Standardlösung bei der Wahl des Heizsystems gibt. Darüber hinaus gilt es, das Vertrauen von Gebäudeeigentümern und Hausbesitzern in die Modernisierung von Heizungsanlagen angesichts aktueller Verunsicherungen zu stärken und damit die Akzeptanz der Wärmewende zurückzugewinnen. Zusätzlich übernimmt die Branche eine Schnittstellenfunktion zum Elektrohandwerk, da die Wärmeerzeugung zunehmend auf elektrischer Energie basiert. „Der Heizungskeller ist das zentrale Handlungsfeld auf dem Weg zu einer Entkarbonisierung der Energieversorgung und Fachbetriebe des SHK-Handwerks sind mehr denn je gefordert, Lösungen für den Einsatz moderner Effizienztechnologien zu planen und umzusetzen“, sagt Andreas Albrecht, Hauptgeschäftsführer Innung und Fachverband SHK Hamburg.
Pressematerial zum Download: https://hmc.canto.de/b/VPNVK

