Vernetzen, steuern, integrieren: GET NORD 2026 im Zeichen moderner Gebäude- und Energietechnik

Hamburg, 23. September 2026 – Vernetzte Gebäude, intelligente Energiesysteme und das wachsende Zusammenspiel von Energieversorgung und Gebäudetechnik stellen neue und steigende Anforderungen an Planung, Bau und Betrieb von Wohn- und Gewerbegebäuden. Photovoltaik, Wärmepumpen, Speicher und Ladeinfrastruktur werden miteinander verknüpft und durch digitale Steuerungs- und Energiemanagementsysteme ergänzt. Damit wächst die Bedeutung ganzheitlicher Konzepte – und zugleich das Aufgabenfeld des Elektrohandwerks: Aus dem klassischen Elektroinstallateur wird zunehmend ein Systemintegrator, der vernetzte Gebäude- und Energiesysteme plant, installiert und miteinander verbindet. Auch Architekturbüros, TGA-Planende und Immobilienverantwortliche sind gefordert, technische Systeme frühzeitig aufeinander abzustimmen und Gebäude über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg ganzheitlich zu betrachten. Die GET NORD zeigt vom 19. bis 21. November 2026, welche Technologien, Systeme und Praxisansätze für diese Anforderungen zur Verfügung stehen. Daily Guided Tours geben dabei an allen drei Messetagen konkrete Einblicke in vernetzte Energie- und Wärmesysteme sowie Digitalisierung, KI und Smart Home.

Gebäude- und Energietechnik zusammendenken

In den Hallen A1, A4, B2, B5, B7 und einem Teilbereich der Halle B6 wird erlebbar, wie vernetzte und intelligente Gebäudetechnik heute und künftig zusammenspielt. Zahlreiche Ausstellende – darunter ABB, JUNG, Eltako, Gira, Hager, PHOENIX CONTACT, Schneider Electric, B.E.G., MDT technologies, SIEMENS, Theben und WAGO – präsentieren Lösungen, die Gebäudetechnik, Energieversorgung und digitale Steuerung miteinander verbinden. Von intelligenter Gebäudeautomation und Energiemanagement bis hin zu vernetzten Anwendungen, die Energie effizienter nutzen, Abläufe automatisieren, variable Stromtarife intelligent einbinden und den Komfort erhöhen, erhalten Fachbesuchende einen umfassenden Einblick in die Technologien, die das Gebäude von morgen prägen. Die vorgestellten Technologien treffen auf einen erheblichen Modernisierungs- und Anpassungsbedarf im Gebäudesektor. Im Neubau rückt die systemübergreifende Planung technischer Anlagen immer stärker in den Fokus. Im Gebäudebestand muss die elektrische Infrastruktur vielfach zunächst fit für neue Technologien und Systeme gemacht werden. Für das E-Handwerk eröffnet sich daraus ein großes Aufgabenfeld. Nach Angaben des Zentralverbands der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) sind in über 70 Prozent der Bestandsgebäude die Elektroleitungen älter als 35 Jahre1. Bestehende elektrische Infrastrukturen müssen daher modernisiert und zugleich für die Anforderungen einer zunehmend elektrifizierten und digitalisierten Gebäudewelt weiterentwickelt werden.  

Regulierung als Treiber der Transformation

Hinzu kommen neue gesetzliche Vorgaben, die sich unmittelbar auf die Planung und den Betrieb moderner Gebäude auswirken. Beispielsweise regelt § 14a EnWG die netzorientierte Steuerung steuerbarer Verbrauchseinrichtungen wie Wärmepumpen und Ladeeinrichtungen und macht deren Einbindung in intelligente Energiemanagementsysteme zunehmend relevant. Darüber hinaus richtet das seit Juli 2026 geltende Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) die Anforderungen an die energetische Modernisierung und Wärmeversorgung von Gebäuden neu aus und stärkt unter anderem die Bedeutung von Gebäudeautomation und Energiemanagement. Die überarbeitete EU-Gebäuderichtlinie (EPBD) setzt zudem Impulse für höhere Energieeffizienz, die Nutzung erneuerbarer Energien, Ladeinfrastruktur und die Digitalisierung von Gebäuden. Für bestimmte Nichtwohngebäude sieht die EPBD darüber hinaus automatische Lichtsteuerungen vor: Gebäude mit einer relevanten Anlagenleistung von mehr als 290 kW müssen bis Ende 2027, Gebäude mit mehr als 70 kW bis Ende 2029 mit entsprechenden Systemen ausgestattet werden, sofern dies technisch und wirtschaftlich machbar ist. Für die Praxis steigen damit die Anforderungen an Planung, Installation und Betrieb. Energieerzeugung, Wärmeversorgung und Verbrauch müssen aufeinander abgestimmt, elektrische Infrastrukturen ertüchtigt und technische Systeme zunehmend digital steuerbar und miteinander vernetzt werden. Auch die Beleuchtung wird dabei stärker in das Gesamtsystem integriert. „Mit der zunehmenden Elektrifizierung und Digitalisierung von Gebäuden verschiebt sich die Rolle des E-Handwerks deutlich: Unsere Fachbetriebe werden immer stärker zu Systemintegratoren. Entscheidend ist künftig nicht allein, Photovoltaik, Wärmepumpe, Speicher oder Ladeinfrastruktur zu installieren, sondern diese Technologien intelligent miteinander zu vernetzen und auf Netz, Gebäude und Nutzer abzustimmen. Genau diese Schnittstellenkompetenz wird zu einem entscheidenden Erfolgsfaktor,“ sagt Timm Göckens, Hauptgeschäftsführer NFE Norddeutscher Fachverband Elektro-u. Informationstechnik e.V. Die GET NORD bringt diese Entwicklungen zusammen und schafft Raum für den fachlichen Austausch über Technologien, Lösungen und deren praktische Umsetzung. Fachbesuchende können sich über aktuelle Systeme informieren, Anwendungen im Zusammenspiel erleben und Impulse für die Planung und Modernisierung unterschiedlicher Gebäudetypen mitnehmen.

Zukunft live: E-Haus macht Gebäudetechnik als System erlebbar

Ein konkretes Praxisbeispiel für die Integration verschiedener Technologien ist das E-Haus des Zentralverbands der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH). Das 100 Quadratmeter große, begehbare Modellhaus ist auch 2026 wieder auf der GET NORD vertreten und macht herstellerübergreifend erlebbar, wie moderne Gebäude- und Energiesysteme zusammenspielen. Im Fokus stehen insbesondere Smart Metering, Smart Meter Gateway und Künstliche Intelligenz. Zu sehen sind unter anderem KI-gestütztes Energiemanagement, Lösungen für die netzorientierte Steuerung von Wärmepumpen, Ladeeinrichtungen und Stromspeichern sowie die Einbindung variabler Stromtarife. Dabei wird auch die praktische Umsetzung der netzorientierten Steuerung und die Bedeutung von § 14a EnWG für die Gebäudetechnik veranschaulicht. Ergänzt wird das Spektrum durch Anwendungen für Sicherheit und Licht, altersgerechtes Wohnen und Human Centric Lighting. Das E-Haus macht deutlich, wie Energieerzeugung, -speicherung und -verbrauch mit Komfort, Sicherheit und Gebäudeautomation zu einem intelligenten Gesamtsystem verbunden werden können. Damit erhalten Architekturbüros, Planende, Bauhandwerkende, Bauherren, Immobilienprojektentwickler und Gebäudeeigentümer konkrete Einblicke in gewerkeübergreifende Planung und Umsetzung sowie in Lösungen für typische Anforderungen aus dem beruflichen Alltag. Auch der Nachwuchs aus Elektro- und SHK-Handwerk ist in das E-Haus eingebunden und zeigt, wie wichtig gewerkeübergreifendes Denken und entsprechende Kompetenzen für die Gebäudetechnik der Zukunft sind.

Ergänzend machen die neuen kostenfreien Daily Guided Tours die vorgestellten Technologien und ihr Zusammenspiel vor Ort erlebbar. An allen drei Messetagen finden jeweils zweimal täglich Führungen zu den Themen „Vernetzte Energie- und Wärmesysteme“, geleitet von Christian Borchardt (SHK Hamburg), sowie „Das E-Haus: Digitalisierung, KI und Smart Home zum Anfassen“, geleitet von KlausOtt und Marco Koyne (NFE Norddeutscher Fachverband Elektro- und Informationstechnik e. V.) statt.  

Schnittstelle zwischen Strom und Wärme  

Die zunehmende Vernetzung von Elektroinstallation und Hauswärmetechnik steht auch im Mittelpunkt des erstmals gemeinsam ausgerichteten ELEKTRO+ und WÄRME+ Forums auf der GET NORD 2026. Die beiden Initiativen bündeln dort gemeinsam mit ihren Partnern aus Industrie und Handwerk sowie der HEA – Fachgemeinschaft für effiziente Energieanwendung e. V. ihre Expertise. Im Mittelpunkt des Bühnenprogramms steht die Frage, wie Elektroinstallation und Hauswärmetechnik zu einem vernetzten Gesamtsystem zusammenwachsen und welche Anforderungen sich daraus für Planung, Modernisierung und Betrieb von Gebäuden ergeben. Denn Wärmeerzeugung, Warmwasserbereitung, Lüftung und Klimatisierung lassen sich zunehmend nicht mehr unabhängig von der elektrischen Infrastruktur betrachten. Thematisiert werden unter anderem die Rolle der Elektroinstallation als zentrale Schnittstelle moderner Gebäudetechnik, das Zusammenspiel von Wärmeerzeugung, Stromerzeugung und Verbrauch sowie aktuelle Normen und Anforderungen. Ergänzt wird das Programm durch technologische Entwicklungen und praxisnahe Lösungen für eine sichere, energieeffiziente und wirtschaftliche Energieanwendung. Damit richtet sich das Forum gleichermaßen an Fachhandwerk, Architekturbüros, TGA-Planende und Immobilieneigentümer und vermittelt herstellerunabhängiges Wissen für die Planung und Umsetzung zukunftsfähiger Gebäudekonzepte.

Auszeichnung für innovative TGA-Konzepte  

Ein weiterer Höhepunkt der GET NORD 2026 ist die Verleihung des DEUTSCHEN TGA-AWARD. Die von der Fachzeitschrift „Moderne Gebäudetechnik“ bereits zum siebten Mal vergebene Auszeichnung würdigt herausragende Neubau- und Sanierungsprojekte sowie innovative Konzepte aus der technischen Gebäudeausrüstung. Prämiert werden Lösungen, die über den Stand der Technik hinausgehen und neue Impulse für eine nachhaltige und zukunftsfähige Gebäudetechnik setzen – etwa durch besondere Energie- oder Wassereffizienz, nachhaltige Konzepte oder innovative Ansätze der Digitalisierung. Auch der Nachwuchs wird einbezogen: In einer eigenen Kategorie werden Studierende der TGA und verwandter Fachrichtungen für zukunftsweisende Ideen ausgezeichnet. Die Preisverleihung findet am 20. November 2026 im InnovationsForum in der Halle B6 auf der GET NORD in Hamburg statt. 

Person präsentiert Inhalte auf einem Bildschirm neben einer Waschmaschine vor mehreren Zuhörenden.
Messehalle mit einem Stand des „E-Haus“, dekoriert mit Bannern zu „Smart Living“. Im Vordergrund steht ein silberner VW ID. Buzz, mehrere Personen sind am Stand oder gehen vorbei.

Kontakt

Juliane Schönherr
PR Manager
T. +49 40 3569 2460