Die Praxis-Challenge für Nachwuchskräfte im Handwerk
Der PowerPark (Halle B7) bietet Auszubildenden im Elektrohandwerk die perfekte Plattform, um Theorie in handfeste Praxis zu verwandeln. Im Zentrum stehen praxisnahe Aufgaben aus der Gebäude- und Informationstechnik, an denen die Teilnehmenden ihre Geschicklichkeit direkt unter Beweis stellen. Statt grauer Theorie wartet hier lebendiges Lernen, das den Teamgeist stärkt und das eigene Können messbar macht. Fachleute der Branche stehen den Auszubildenden als Mentorinnen und Mentoren zur Seite, beantworten individuelle Fragen und bieten wertvolles Feedback auf Augenhöhe. Für angehende SHK-Handwerkerinnen und -Handwerker ist der TechnikPark (Halle B6) die ideale Trainingsfläche, um sich auszuprobieren. Im Mittelpunkt steht ganz klar der Spaß am Handwerk. Ein bisschen Nervenkitzel gehört natürlich auch dazu. Deshalb sorgt ein spielerischer Leistungsvergleich für den Extra-Schub Motivation. Zusätzlich werden unter allen Teilnehmenden attraktive Gewinne verlost.
Zukunft braucht Fachkräfte
Das Interesse der Auszubildenden an den Challenges ist erfahrungsgemäß groß. Schließlich sind Ausbildungen im Elektro- und SHK-Handwerk gefragt. Nach Angaben des Zentralverbands der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) entschieden sich 2025 mehr als 15.500 junge Menschen für eine Ausbildung im E-Handwerk. Besonders gefragt war der noch vergleichsweise neue Ausbildungsberuf „Elektroniker/-in für Gebäudesystemintegration (GSI)“, der ein Wachstum von vier Prozent verzeichnete. Im Ausbildungsberuf „Anlagenmechaniker/-in für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik (SHK)“ wurden laut Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) im vergangenen Jahr insgesamt 40.770 Ausbildungsverträge registriert. Außerdem wird das E-Handwerk zunehmend weiblicher: Knapp 1.500 Frauen begannen 2025 eine Ausbildung zur Elektronikerin – ein Plus von immerhin 0,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dennoch bleibt die Gewinnung qualifizierter Fachkräfte für viele Betriebe eine der größten Herausforderungen.
Laut Andreas Albrecht, Hauptgeschäftsführer Innung und Fachverband SHK Hamburg, ist das aktuelle Ausbildungsniveau mit stabilen Zahlen gut. Mit Blick auf die zukünftigen Anforderungen, dem demografischen Wandel in der Bevölkerung und den Marktakteuren, die den SHK-Betrieben die Fachkräfte entziehen, ohne selbst auszubilden, wird sich der Bedarf anspannen. „Die GET NORD spielt deshalb eine Schlüsselrolle, denn sie bietet den perfekten Rahmen, um Jugendlichen die krisensicheren Perspektiven und Aufstiegschancen im SHK-Handwerk zu präsentieren.“ Timm Göckens, Hauptgeschäftsführer NFE, fügt hinzu: „Die Energiewende scheitert nicht an der Technik – sie scheitert, wenn uns die Fachkräfte fehlen, die sie umsetzen. Deshalb investieren wir konsequent in den Nachwuchs, gewinnen gezielt mehr Frauen für unsere Gewerke und setzen auf eine Qualifizierung, die mit den Anforderungen einer zunehmend digitalen und klimaneutralen Gebäudetechnik Schritt hält. Die GET NORD ist für uns das entscheidende Forum, um diese Zukunftsthemen erlebbar zu machen, den direkten Dialog mit Talenten zu fördern und die Weichen für eine starke, vielfältige Branche zu stellen.“
Das große SHK-Duell der Anlagenmechaniker
Fester Bestandteil der GET NORD ist die Austragung der Deutschen Meisterschaften der Anlagenmechaniker SHK auf Bundesebene (Halle B1, OG). Hier treten die besten Nachwuchstalente ihres Fachs gegeneinander an und stellen ihr Können eindrucksvoll unter Beweis. Gefragt sind dabei nicht nur handwerkliches Geschick und technisches Know-how, sondern ebenso Kreativität, Präzision und Nervenstärke. Unter Zeitdruck müssen die Wettbewerberinnen und Wettbewerber eine moderne Sanitär- und Heizungsinstallation fachgerecht planen und umsetzen. Jeder Handgriff zählt - denn am Ende entscheiden Qualität, Funktionalität und eine saubere Ausführung über den Titel des Deutschen Meisters.
Genau diesen hochqualifizierten Nachwuchs benötigt die SHK-Branche dringender denn je, um die Dekarbonisierung voranzutreiben und die Wärmewende erfolgreich zu realisieren. Zeitgleich verschärfen der Fachkräftemangel und die große Zahl an Betrieben ohne geregelte Unternehmensnachfolge die Situation zusätzlich. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes waren im Jahr 2021 mehr als jeder fünfte Erwerbstätige (22,4 Prozent) in Berufen des SHK-Handwerks zwischen 55 und 64 Jahre alt. Ein erheblicher Teil dieser Fachkräfte wird daher in den kommenden Jahren altersbedingt aus dem Berufsleben ausscheiden. Die Deutschen Meisterschaften der Anlagenmechaniker SHK machen damit nicht nur Spitzenleistungen im Handwerk sichtbar, sondern zeigen auch, wie wichtig die Förderung des beruflichen Nachwuchses für die Zukunft der SHK-Branche ist.
Blech, Zink und pure Action
Ein besonderer Publikumsmagnet der GET NORD ist der Marktplatz der Klempnerei (Halle B3, EG). Hier wird moderne Klempnertechnik lebendig und zeigt eindrucksvoll, welche Möglichkeiten sie bei der Gestaltung von Dach und Fassade eröffnet. Besonders beeindruckend ist zu beobachten, wie in mehreren teilweise sehr aufwendigen Arbeitsschritten aus einem Stück Blech ein einzigartiges Gestaltungselement entwickelt wird. Durch handwerkliches Können, Präzision und viel Liebe zum Detail entsteht aus einem einfachen Ausgangsmaterial ein echter Blickfang, der einem Gebäude seinen besonderen Charakter verleiht. Außerdem wird hier die Deutsche Meisterschaft der Klempner ausgetragen. Der Deutsche Meister in diesem Handwerk wird unter den Besten aus den einzelnen Bundesländern ermittelt. Technikbegeisterten ist der Besuch des Bereiches Werkzeuge und Betriebsausstattung (Halle B4, EG) zu empfehlen, wo die neuesten Trends und Lösungen für Fräsen, Sägen, Bohren und viele weitere handwerkliche Tätigkeiten präsentiert werden und auszuprobieren sind.
Der Hotspot für die nächste Generation
Im Erdgeschoss der Halle B1 schlägt das Herz des Handwerks von morgen: Auf der Creator Stage@GET NORD treffen Nachwuchs-Handwerkende interessante Persönlichkeiten, führen inspirierende Gespräche und diskutieren über aktuelle Branchenthemen. Gemeinsam mit SHK.Radio bringt die Messe die Stimmen, Trends und Ideen der Zukunft live auf die Bühne. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf Frauen im Handwerk: Authentische Persönlichkeiten berichten von ihren Erfahrungen, hinterfragen bestehende Klischees und zeigen, welche Chancen und Perspektiven die Branche für die nächste Generation bietet.
Ein weiteres Highlight im Erdgeschoss der Halle B1 ist Startup@GET NORD by VdZ in Zusammenarbeit mit der VdZ – Wirtschaftsvereinigung Gebäude und Energie e.V.. Hier trifft Innovationsgeist auf Branchenexpertise: Junge Gründerinnen und Gründer kommen mit etablierten Unternehmen zusammen, knüpfen Kontakte und entwickeln gemeinsam Ideen entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Heizungs- und Gebäudetechnik. Ob smarte Planungssoftware für Wärmepumpen und Heizlastberechnungen, 3D-Raumerfassung und digitale Zwillinge, automatisierte Kundenkommunikation oder Lösungen für Mieterstrom aus Solarenergie – die Startups zeigen, wie vielfältig, digital und zukunftsorientiert das Handwerk von morgen schon heute ist.
Safety first: Arbeitssicherheitsseminare klären auf
Auch 2026 ermöglicht die GET NORD gemeinsam mit der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU) und der Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse (BG ETEM) Auszubildenden der SHK- und Elektrohandwerke die Teilnahme an Arbeitssicherheitsseminaren. Expertinnen und Experten beleuchten anhand unterschiedlicher Gefährdungs- und Belastungsfaktoren, denen Auszubildende ausgesetzt sein können, detailliert Schutzmaßnahmen.

