Architektur für eine sich verändernde Welt im Fokus der GET NORD 2026

Hamburg, 1. Oktober 2026 – Unter dem Leitthema „Future Building – Architecture | Resources | Technology“ blickt das Internationale ArchitekturForum im Rahmen der GET NORD vom 19. bis 21. November 2026 in Hamburg auf die Herausforderungen und Perspektiven des zukünftigen Bauens. Das vom Architektur Centrum Hamburg ausgerichtete Forum bringt nationale und internationale Architektinnen und Architekten zusammen, um darüber zu diskutieren, wie sich architektonische Qualität, ökologische Verantwortung und technologische Innovation miteinander verbinden lassen.

Dabei geht es um mehr als neue Materialien und Technologien. Im Fokus stehen ebenso der Umgang mit dem vorhandenen Gebäudebestand, neue Strategien des Um- und Weiterbauens und die Frage, wie Architektur auf gesellschaftliche und ökologische Veränderungen reagieren kann. Das Forum versteht die Zukunft des Bauens damit auch als Frage einer neuen Bau- und Umbaukultur: Welche Haltungen, Prozesse und architektonischen Ansätze braucht es, um mit den vorhandenen Ressourcen und dem Bestand zukunftsfähig umzugehen? „Wir erleben einen grundlegenden Wandel der Bedingungen, unter denen Architektur entsteht. Das Forum möchte zeigen, dass Zukunft nicht nur im Neubau liegt, sondern ebenso im Weiterbauen, im Umgang mit Ressourcen und in der Fähigkeit, Räume an neue gesellschaftliche Bedürfnisse anzupassen“, erklärt Volker Roscher, Geschäftsführer des Architektur Centrum Hamburg.

Ressourcenverbrauch macht Alternativen notwendig

Die Dimension der Herausforderungen wird durch aktuelle Zahlen deutlich: Rund 37 Prozent der weltweiten CO₂-Emissionen entfallen auf den Gebäudesektor einschließlich der Bauwirtschaft, nahezu 50 Prozent der weltweiten Materialentnahme entfallen auf Gebäude und Bauwesen. Das geht aus dem im Mai 2026 veröffentlichten Global Status Report for Buildings and Construction 2025–2026 des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) und der Global Alliance for Buildings and Construction (GlobalABC) hervor1. 2024 umfasste die globale Gebäudefläche 273 Milliarden Quadratmeter und wuchs innerhalb eines Jahres um 1,7 Prozent. Gleichzeitig muss etwa die Hälfte der Gebäude, die 2050 existieren werden, erst noch gebaut oder renoviert werden2. Auch in Deutschland stellt der hohe Sanierungsbedarf des Gebäudebestands bei gleichzeitig erheblichem Ressourcenverbrauch eine zentrale Herausforderung dar. Das Internationale ArchitekturForum greift diese Entwicklung auf und stellt unter dem Leitthema „Future Building – Architecture | Resources | Technology“ internationale architektonische Positionen zur Diskussion.

Umbauen, weiterdenken, neu gestalten  

Den Auftakt macht Lacaton & Vassal Architectes aus dem französischen Montreuil mit Einblicken in den umfassenden Umbau des Hamburger Kulturveranstaltungsortes Kampnagel. Ihr Ansatz, bestehende Strukturen zu erhalten, weiterzuentwickeln und an neue Anforderungen anzupassen, prägt das vielfach ausgezeichnete Werk des Büros und wurde 2025 mit dem Jane Drew Prize an Mitgründerin Anne Lacaton gewürdigt. Anschließend beleuchten Amelie Deuflhard und Jonas Zipf die Bauherrenperspektive und geben Einblicke in die Anforderungen und Potenziale, die sich aus der Entwicklung und Transformation bestehender Kulturorte ergeben. Danach widmen sich gmp Architekten dem Potenzial des Bestehenden und zeigen anhand der Alsterschwimmhalle Hamburg, wie Umbau und Weiterentwicklung vorhandener Gebäude einen wichtigen Beitrag zu einer nachhaltigen Architektur leisten können.  

Am zweiten Tag stehen die Qualität und Veränderbarkeit von Räumen im Mittelpunkt. Innauer Matt aus dem österreichischen Bezau beschäftigen sich mit „Sinn und Sinnlichkeit des Raums“ und stellen unter anderem den Kunstraum Kassel vor, der 2023 mit dem Deutschen Architektur Preis ausgezeichnet wurde. ATAMA aus Gent zeigen am Beispiel von M AT-FELIX-1450 die Möglichkeiten transformativer Architektur. Hoskin Architects aus Berlin widmen sich dem Thema „people focused design“ und geben Einblicke in den Umbau der Marienfeste in Würzburg, die in mehreren Bauabschnitten zu einem modernen und barrierefreien Museum umgebaut wird. Für das Parkhead Health & Social Care and Community Hub in Glasgow wurden sie 2026 mit einem RIAS Award ausgezeichnet.  

Der dritte Tag führt die verschiedenen Perspektiven mit Fragen nach Umbaukultur, nachhaltiger Architektur und dem bewussten Umgang mit Materialien zusammen. Alexander Poetzsch aus Dresden geht der Frage nach, was eine zeitgemäße Umbaukultur auszeichnet, und stellt unter anderem die Scheune am Rathaus Strehla vor, die für den DAM Preis 2027 nominiert ist. Florian Nagler aus München beschäftigt sich mit den inhärenten Eigenschaften nachhaltiger Architektur und gibt Einblicke in die Forschungshäuser Bad Aibling. Für sein Gesamtwerk, seine Forschung und seine architektonische Haltung wurde er 2026 mit der Heinrich-Tessenow-Medaille ausgezeichnet. Den Abschluss des Forums bildet Anupama Kundoo, die in Pondicherry, Berlin und Mumbai arbeitet und am Beispiel des Wall House zeigt, wie Materialität und der Einsatz von Baustoffen neu gedacht und mit architektonischer Qualität verbunden werden können.

Die Teilnahme am Internationalen ArchitekturForum ist kostenfrei, eine Anmeldung ist erforderlich. Zudem ist sie grundsätzlich als Fortbildung nach § 5 Absatz 1, Satz 1 der Fortbildungssatzung der Hamburgischen Architektenkammer Hamburg, der Architektenkammern Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Bremen und Berlin sowie der Architekten- und Ingenieurkammer Schleswig-Holstein anerkannt. Die Anmeldung ist ab Mittwoch, 14. Oktober 2026, über die Homepage des Architektur Centrums unter www.architektur-centrum.de möglich.

Geführte Touren zu innovativen Lösungen

Ergänzend zum Internationalen ArchitekturForum bietet die GET NORD 2026 Architektinnen und Architekten sowie Planerinnen und Planern die Möglichkeit, ausgewählte Ausstellende bei den Guided Architects' Tours kennenzulernen. Im Rahmen der geführten Touren geben die teilnehmenden Ausstellenden in kompakten, 15-minütigen Fachimpulsen Einblicke in innovative Materialien, konstruktive Lösungen und Produkte, die konkrete Antworten auf aktuelle Anforderungen im Entwurfs- und Planungsprozess geben. Die Touren bieten damit die Möglichkeit, neue Produkte und Ansätze unmittelbar kennenzulernen und deren Einsatzmöglichkeiten für konkrete Planungsaufgaben zu diskutieren. Für weitere Informationen und zur Anmeldung wenden sich Interessierte direkt an das Architektur Centrum unter www.architektur-centrum.de.  

Auszeichnungen für Architektur, Licht und Messekommunikation

Neben dem Internationalen ArchitekturForum stehen auf der GET NORD 2026 besondere Leistungen in Architektur, Stadtentwicklung, Licht und Messekommunikation im Mittelpunkt. Am Freitag, 20. November 2026, verleiht das Architektur Centrum – Gesellschaft für Architektur und Baukultur e. V. um 10.30 Uhr die Semper-Medaille. Mit der Auszeichnung werden Personen oder Institutionen gewürdigt, die sich in besonderer Weise für Architektur und Stadtentwicklung in Hamburg engagieren. Sie erinnert an den in Hamburg geborenen Architekten Gottfried Semper und wird vor geladenen Gästen verliehen. Zum siebten Mal zeichnen das Architektur Centrum Hamburg und die Hamburg Messe und Congress GmbH zudem mit dem GET NORD ArchitekturAward einen Messeauftritt aus, der Architektinnen und Architekten besonders überzeugend anspricht und den fachlichen Austausch zwischen Herstellern und Planenden fördert. Darüber hinaus wird auf der GET NORD der seit 2014 alle zwei Jahre vergebene LICHTPREIS für herausragende und innovative Beleuchtungsprojekte verliehen. 

Person hält eine Rede an einem Rednerpult vor einem sitzenden Publikum in einem hellen Veranstaltungsraum.
Architekturmodelle und Materialstudien auf zwei runden Tischen vor einer Ausstellungswand mit Entwürfen.

Kontakt

Juliane Schönherr
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