Deutschland und Europa mit angezogener Handbremse
Die aktuelle Befragung zeigt über Onshore- und Offshore-Windenergie hinweg ein insgesamt positives, jedoch deutlich abgeschwächtes Stimmungsbild. Deutschland und Europa verlieren gegenüber der vorherigen Erhebung klar an Dynamik. Mehrere Markt- und Rahmenbedingungsindikatoren fallen spürbar zurück und liegen teilweise nur noch knapp im positiven beziehungsweise neutralen Bereich.
Auch Europa bleibt insgesamt positiv bewertet, verzeichnet jedoch sowohl im Onshore- als auch im Offshore-Bereich eine deutliche Abschwächung. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass die Branche zwar weiterhin von Wachstum ausgeht, die aktuellen Rahmenbedingungen jedoch zunehmend kritischer bewertet.
Asien bleibt Spitzenreiter – Nordamerika bleibt Schlusslicht
Asien erreicht weiterhin die höchsten Bewertungen aller betrachteten Regionen. Gegenüber der vorherigen Befragung zeigt sich jedoch auch hier eine deutliche Eintrübung der Erwartungen. Der „Rest der Welt“ bleibt ebenfalls positiv bewertet, weist jedoch schwächere Einschätzungen auf als noch Ende 2025.
Nordamerika ist dagegen der klare negative Ausreißer. Die Bewertungen liegen in nahezu allen untersuchten Segmenten unterhalb des neutralen Indexwerts. Die Befragten sehen insbesondere die veränderten energie- und umweltpolitischen Rahmenbedingungen als Belastungsfaktor für die weitere Entwicklung der Windenergiebranche in der Region.
Rahmenbedingungen bleiben zentrale Herausforderung
Die Ergebnisse machen deutlich, dass politische Zielsetzungen allein nicht ausreichen, um die notwendige Dynamik beim Ausbau der Windenergie zu gewährleisten. Aus Sicht der Befragten bleiben vornehmlich Genehmigungsverfahren, Netzausbau, Investitionssicherheit und belastbare Lieferketten die zentralen Voraussetzungen für eine erfolgreiche Marktentwicklung. Diese Faktoren werden weiterhin als die wichtigsten Bremsen für den Ausbau der Windenergie identifiziert.
Erwartete Turbinengrößen stabilisieren sich
Die Erwartungen an die Leistung neu installierter Windenergieanlagen bis zum Jahr 2030 haben sich gegenüber den vergangenen Erhebungen weitgehend stabilisiert. Für Onshore-Windenergieanlagen erwarten die Befragten weiterhin durchschnittlich rund 8,3 Megawatt pro Anlage. Im Offshore-Bereich wird eine durchschnittliche Leistung von rund 19,1 Megawatt erwartet und damit leicht weniger als in den vorherigen Befragungen.
Das zuvor starke Wachstum der erwarteten Turbinengrößen flacht damit weiter ab. Die Branche orientiert sich zunehmend an wirtschaftlich tragfähigen und technisch bewährten Anlagengrößen.
Regionale Wertschöpfung rückt stärker in den Fokus
Ergänzend wurden die Erwartungen hinsichtlich des inländischen beziehungsweise kontinentalen Wertschöpfungsanteils untersucht. Dabei werden Asien und Europa von den Befragten deutlich stärker eingeschätzt als Nordamerika und der „Rest der Welt“. Für Deutschland zeigt die Befragung ein nahezu ausgeglichenes Verhältnis zwischen erwartetem inländischem und ausländischem Wertschöpfungsanteil.
Die Ergebnisse unterstreichen damit die zunehmende Bedeutung regionaler Lieferketten und lokaler Wertschöpfung für die Wettbewerbsfähigkeit der Windenergieindustrie.
Breite Beteiligung aus allen Teilen der Wertschöpfungskette
Im Rahmen der aktuellen Umfrage haben von Mitte März bis Anfang Mai 2026 insgesamt 718 Personen an der Befragung teilgenommen. Davon haben 399 Teilnehmende den Fragebogen vollständig beziehungsweise nahezu vollständig beantwortet. Die Befragten decken erneut ein breites Spektrum der Windenergie-Wertschöpfungskette ab und sorgen für ein repräsentatives Bild der weltweiten Onshore- und Offshore-Windindustrie.
Pressematerial und Grafiken zum Download: https://hmc.canto.de/b/T60CN

