Die Ostsee – Schatzkammer vor der Haustür

Mineralien Hamburg vom 6. bis 8. Dezember auf dem Hamburger Messegelände

Bernsteine klar, andere schöne Steine und uralte Fossilien auch, aber Korallen? In der Ostsee? Diese und andere Überraschungen erwarten die Besucher der Mineralien Hamburg vom 6. bis zum 8. Dezember auf dem Hamburger Messegelände in der Sonderschau „Schätze der Ostsee“. Hier zeigen Sammler ihre schönsten Bernsteine, filigrane Schmuckstücke aus Faserkalk, versteinerte Kopffüßer und sogar auch Korallen. Auf Nordeuropas größter Mineralienmesse präsentieren rund 400 Aussteller aus dem In- und Ausland seltene Mineralien, Millionen Jahre alte Fossilien und prachtvollen Schmuck.

Einst bedeckte ein riesiger Ozean Nordeuropa. An den Küsten der Ostsee gibt es noch immer zahlreiche Fundstücke aus dieser Zeit „Wir haben mit der Ostsee quasi direkt vor unserer Haustür eine wahre Schatzkammer an Gesteinen, Mineralien und Fossilien“, schwärmt Dr. Frank Rudolph. Der Diplom-Biologe organisiert die Sonderschau „Schätze der Ostsee“ federführend. Beteiligt sind der Urzeithof in Stolpe, die Geologisch-Paläontologische Arbeitsgemeinschaft Kiel, die Gesellschaft für Geschiebekunde Hamburg sowie der Arbeitskreis Bernstein und die Arbeitsgruppe Kristallin, beide ebenfalls aus der Hansestadt.
 

Bernstein – die Tränen der Götter

Eine magische Anziehungskraft auf die Menschen übt seit jeher der Ostsee-Bernstein aus. Das versteinerte Harz urzeitlicher Bäume war schon vor Jahrtausenden ein sogar bei den Pharaonen im alten Ägypten begehrtes Handelsgut und fasziniert auch heute noch Sammler ebenso wie Urlauber, die bei Strandspaziergängen nach den so genannten Tränen der Götter suchen. Carsten Gröhn vom Arbeitskreis Bernstein öffnet auf der Mineralienmesse seine private Schatztruhe und zeigt die schönsten Exemplare seiner Sammlung.


Korallen vom Äquator

Vor rund 400 Millionen Jahren lag die Insel Gotland südlich des Äquators und bildete dank des warmen Wassers einen idealen Lebensraum für farbenprächtige Korallen. Erst die Kontinentaldrift trieb die schwedische Insel in den hohen Norden Europas. „Im Prinzip ist ganz Gotland ein einziges Korallenriff und man findet dort praktisch an jedem Strand Korallen, die von der äquatorialen Vergangenheit der Insel zeugen“, erläutert Dr. Frank Rudolph. Mitglieder der  Geologisch-Paläontologischen Arbeitsgemeinschaft Kiel und des Urzeithofs stellen auf der Mineralien Hamburg einige ihrer prächtigsten Fundstücke vor.


Vulkanasche als Nährboden für Faserkalk

Eine weitere Besonderheit der Ostsee ist der Faserkalk. Nachdem sich vor rund 50 Millionen Jahren der Atlantik nördlich der britischen Inseln geöffnet hatte, wurde bei zahlreichen Vulkanausbrüchen Asche ausgestoßen, die sich in den flachen Gewässern Dänemarks und Norddeutschlands niederschlug. Auf tonigem Untergrund bildete sich eine feine Aschelage, von der aus im Laufe der Zeit feinste Kalkkristalle wuchsen. So entstand der Faserkalk, auch Ostseejade genannt, der sich schleifen, polieren und zu Schmuckstücken verarbeiten lässt. Der Sammler Marco Meyer stellt auf der Mineralien Hamburg einzigartige Funde und geschliffene Objekte aus Faserkalk vor.


Faszinierende Fossilien

Als Nordeuropa vor rund 450 Millionen Jahren von einem Ozean bedeckt war, bevölkerten meterlange Kopffüßer als die ersten schwimmenden Lebewesen das Meer. In der Sonderschau sind versteinerte Überreste dieser geheimnisvollen Weichtiere zu sehen, die vor allem auf der schwedischen Insel Öland gefunden wurden. Auch von den dänischen Ostseeinseln Bornholm, Seeland und Møn sowie von Gotland und Rügen werden Jahrmillionen Jahre alte Fossilien gezeigt. Zu den ältesten Exponaten der Sonderschau zählen Steine von den zu Finnland gehörenden Åland-Inseln in der nördlichen Ostsee und Strandsteine von verschiedenen Fundstellen. Sie werden von Mitgliedern der Arbeitsgruppe Kristallin zur Verfügung gestellt und haben ein Alter von bis zu zwei Milliarden Jahren.


Über die Mineralien Hamburg

Die Mineralien Hamburg 2019 vom 6. bis 8. Dezember ist täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Zutritt erfolgt über den Eingang Ost, St. Petersburger Straße/Bei den Kirchhöfen. Der Eintritt beträgt 10 Euro (ermäßigt 8 Euro), die Familienkarte und die Dreitages-Dauerkarte kosten jeweils 18 Euro, Kinder im Alter von 6 bis 15 Jahren zahlen 5 Euro, für Kinder unter 6 Jahren ist der Eintritt kostenlos. Täglich ab 15 Uhr gibt es das Last-Minute-Ticket für 5 Euro. Neu: Am Freitag, 6. Dezember, gibt es das Freundinnen-Ticket (10 Euro) für zwei Personen. Weitere Infos und Fotos zum Download unter www.mineralien-hamburg.de. Die Mineralien Hamburg gibt es auch auf facebook.com/mineralien.hamburg.