Von Tempo bis Wendax

28.09.2017

„Hamburger Automobilhistorie“ zeigt die Klassiker der Hansestadt auf der HAMBURG MOTOR CLASSICS

Nostalgie pur: Fast vergessene Automobil-Marken rücken auf der HAMBURG MOTOR CLASSICS vom 13. bis 15. Oktober für drei Tage zurück ins Rampenlicht. Die Sonderschau „Hamburger Automobilhistorie“ zeigt Raritäten und Einzelstücke von Marken wie Tempo, Wendax oder Hermes. Und mancher Hamburger wird beim Anblick der Cuno Bistram Autos feststellen, dass er als Kind einst selber am Lenkrad eines dieser in Hamburg gebauten Fahrzeuge gesessen hat – beim Besuch von Hagenbecks Tierpark.

Ein Kleintransporter prägt das Straßenbild
In den Fünfzigerjahren waren die legendären drei- oder vierrädrigen Kleintransporter der Hamburger Marke Tempo aus dem Straßenbild kaum wegzudenken. Das Automuseum Prototyp und der Club Tempo-Dienst zeigen einige dieser unvergessenen Nachkriegs-Ikonen auf der HAMBURG MOTOR CLASSICS. Präsentiert wird unter anderem ein Tempo-Dreirad vom Typ E400 und der ab 1949 gebaute Tempo Matador. Als absolute Rarität ist auch der Daus Transporter auf dem Hamburger Messegelände zu bewundern, der vom einstigen Tempo-Chefkonstrukteur Otto Daus im Ruhestand entwickelt wurde.

Rennwagen aus dem Tierpark
Wer seine Kindheit in den Fünfziger- oder Sechzigerjahren in Hamburg verlebt hat, wird sich an jene kleinen Rennwagen erinnern, die das Cuno Bistram-Projekt des Weiterbildungszentrums yourmove auf den HAMBURG MOTOR CLASSICS vorstellt. Die Einsitzer begeisterten damals als Spielplatzautos im Tierpark Hagenbeck, wo junge Besucher mit den nicht motorisierten Autos über die Piste rauschten. Konstruiert wurden diese Wagen von einem technikbegeisterten Konditor namens Cuno Bistram, der damit die wohl kleinste Autoproduktion der Geschichte schuf. Neben fünf Wagen ohne Motor wurde auch ein motorisiertes Fahrzeug gebaut, das erst kürzlich nach langer Odyssee aus den USA zurück nach Hamburg kam. Alle sechs Autos sind erhalten und im Oktober in den Messehallen zu bestaunen.

Zwischen Motorrad und Lastendreirad
Wie vielfältig die Hamburger Motor-Geschichte ist, zeigen auch die Exponate, die das Museum PS Speicher aus dem niedersächsischen Einbeck vorstellt. So zum Beispiel das Wendax Lastendreirad aus dem Jahr 1949, mit dem seinerzeit vor allem Kriegsschutt aus den Ruinen gekarrt wurde. Das Fahrzeug hat vorne eine Achse wie ein Automobil, das Heck mit dem Antriebsrad dagegen ist das eines Motorrades. Als weiteres Highlight wird ein Motorrad der Marke Hermes gezeigt, das die Firma Motorradbau Ing. Berwald von 1922 bis 1925 produzierte.

Und wer es doch lieber etwas exotischer oder stärker motorisiert mag, für den bringt das Museum Prototyp noch einen Rennwagen der italienischen Marke Cisitalia mit: Der Cisitalia D46 war 1946 das erste Modell der Marke, und gleichzeitig der erste neu entwickelte italienische Rennwagen nach dem Zweiten Weltkrieg.

Die HAMBURG MOTOR CLASSICS findet vom 13. bis 15. Oktober 2017 erstmals auf dem Hamburger Messegelände statt. Geöffnet ist die Oldtimermesse am Freitag von 12 bis 20 Uhr, am Samstag und Sonntag von 10 bis 18 Uhr. Weitere Informationen und Fotos zum Download gibt es auch unter www.hamburg-motor-classics.de und unter https://www.facebook.com/hamburg-motor-classics/