Als Gotland tropisch war

07.11.2017

750 Millionen Jahre: Sonderschau zeigt die ältesten Fossilien Skandinaviens

 

Tropische Korallen aus Skandinavien und weitere einzigartige Exponate – der paläontologische Teil der großen Sonderschau „Skandinavien“ im Rahmen der 40. Mineralien Hamburg vom 1. bis 3. Dezember auf dem Hamburger Messegelände zeigt eine große Vielfalt. Die Ausstellung führt die Besucher durch die Geschichte von nicht weniger als einem Dutzend unterschiedlicher Regionen, präsentiert dabei unter anderem die ältesten Fossilien Schwedens. Insgesamt werden auf der Mineralien Hamburg mehr als 400 Aussteller mit faszinierenden Objekten aus den verschiedensten Nationen erwartet. Die viertgrößte Mineralienbörse weltweit sowie Nordeuropas größte Schmuckmesse zieht jedes Jahr in der Vorweihnachtszeit zahlreiche Besucher und Sammler aus der Metropolregion Hamburg zum Staunen, Stöbern und Shoppen auf das Hamburger Messegelände.

Betreut wird der paläontologische Teil der Sonderausstellung „Skandinavien“ von der Geo AG Kiel, einem Zusammenschluss erfahrener Hobby-Sammler mit vielfältigen Interessenschwerpunkten. Das Ziel der Arbeitsgemeinschaft besteht darin, Fossilien und Mineralien zu bergen, zu sammeln und sie vor allem auch zu erhalten. „Im Rahmen der Sonderschau werden in zwölf Vitrinen thematisch sortiert Fossilien aus zwölf Landschaften Skandinaviens präsentiert“, sagt Organisator Dr. Frank Rudolph.

Eine der Vitrinen repräsentiert etwa die schwedische Insel Gotland. Die ist nämlich ein besonderes Beispiel für die Veränderungen, die unsere Erde im Verlauf der Jahrmillionen durchgemacht hat. Denn was heute als Eiland aus der Ostsee ragt, befand sich vor sehr langer Zeit noch südlich des Äquators in einer tropischen Region. Daher präsentiert die Sonderschau nun Fundstücke, die kaum jemand auf Gotland vermuten würde. „Gezeigt werden unter anderem tropische Korallen“, so Dr. Frank Rudolph.

Doch auch die weiteren Regionen Skandinaviens bergen außergewöhnliche Fossilien, die im Rahmen der Sonderschau der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Das gilt etwa für den Vätternsee, den mit 135 Kilometern Länge und bis zu 31 Kilometern Breite zweitgrößten See Schwedens. Er ist die Heimat von fossilen Algenmatten, die mit nicht weniger als 750 Millionen Jahren als die ältesten Fossilien Schwedens gelten. Immerhin noch 450 Millionen Jahre alt sind die fossilen Kopffüsser, die ebenfalls zum Umfang der Ausstellung zählen.

Auf eine ganz andere Weise außergewöhnlich sind die sogenannten Krebsknollen: Gesteinsbrocken, die sich knacken lassen, und in deren Inneren sich dann perfekt erhaltene Versteinerungen von 50 Millionen Jahre alten Krebsen finden lassen. Insgesamt führt die Sonderschau durch alle Regionen Skandinaviens, behandelt Schweden und Norwegen ebenso wie Funde aus Dänemark, wie etwa auch Feuersteinwerkzeug.

Über Mineralien Hamburg

Die Mineralien Hamburg 2017 vom 1. bis 3. Dezember ist täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet, der Eintritt beträgt 10 Euro (ermäßigt 8 Euro), die Familienkarte und die Dreitages-Dauerkarte kosten jeweils 18 Euro, Kinder im Alter von 6 bis 15 Jahren zahlen 5 Euro, für Kinder unter 6 Jahren ist der Eintritt kostenlos. Täglich ab 15 Uhr gibt es das Last-Minute-Ticket für 5 Euro. Besucher, die in 2017 den 40. Geburtstag feiern, erhalten freien Eintritt. Weitere Infos und Fotos zum Download unter www.mineralien-hamburg.de Die Mineralien Hamburg gibt es auch auf facebook.com/mineralien.hamburg