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Schlussbericht MS&D 2 Oktober 2009

Erfolgreich etabliert
1.300 Teilnehmer besuchten die internationale Fachkonferenz und Fachmesse

MS&D 2009 - international conference and exhibition on
maritime security and defence hamburg

30. September bis 2. Oktober 2009 auf dem Gelände der Hamburg Messe

Zufriedene Gesichter zeigten die etwa 1.300 Teilnehmer aus allen Kontinenten und mehr als 60 Aussteller nach drei Tagen MS&D 2009. Das einhellige Urteil: Die internationale Konferenz und Fachmesse „Maritime Security & Defence“ (MS&D) hat sich in Hamburg erfolgreich etabliert. Für Bernd Aufderheide, Vorsitzender der Geschäftsführung der Hamburg Messe und Congress GmbH, ist dieser Erfolg durchaus kalkuliert: „Die MS&D 2009 war der erwartete Magnet für die internationale Fachwelt für maritime Sicherheit und Verteidigung. Gerade dieses weite Themenfeld in einer Fachkonferenz und Fachmesse unter einem Dach anzubieten, zeichnet die MS&D aus. Unser Konzept ist voll aufgegangen.“ Die langjährige Erfahrung mit der Veranstaltung internationaler maritimer Fachmessen wie der SMM, der Weltleitmesse für die Schiffbauindustrie, habe dabei die Organisation dieser neuen Messe erleichtert. Die MS&D werde künftig das Forum für internationale Marinen, Politik und Industrie sein.

Basis des großen MS&D-Erfolges waren die 48 hochkarätigen Referenten aus den Führungsetagen zahlreicher Marinen der internationalen Staatengemeinschaft, der Küstenwachen, Polizei, internationalen Organisationen – unter ihnen NATO, EU und Seegerichtshof – sowie von Reedereien und Industrieunternehmen. Die Vorträge beleuchteten die aktuellen sogenannten asymmetrischen Bedrohungen der internationalen Schifffahrt durch Piraterie und Terrorismus sowie die heutigen Krisenherde und zeigten Strategien und Maßnahmen zur Lösung dieser Probleme auf. Insgesamt traten Redner aus 16 Nationen auf, ein deutlicher Beweis für die Internationalität der Veranstaltung.

Das Konzept der Veranstalter, die Konferenz in zwei parallelen Panels zu den beiden Themenkomplexen Sicherheit und Verteidigung zu gliedern, fand den ungeteilten Zuspruch aller Konferenzteilnehmer, darunter 21 Navy-Delegationen und andere mit der Sicherheit von Häfen und Seewegen befasste Experten aus Organisationen, Regierungen, Wissenschaft, Handelsschifffahrt und Industrie. Zentrale Themen des Security-Panels waren die Piraterie und der Terrorismus sowie deren Folgen für den Welthandel und die Weltwirtschaft.

„Es gelingt sehr selten, derart viele Experten aus internationalen Marinen auf einer Veranstaltung zusammenzubringen wie hier bei der MS&D“, lobte Chairman Vizeadmiral a.D. Lutz Feldt, bis 2006 Inspekteur der Deutschen Marine und jetziger Präsident des DMI (Deutsches Marine Institut), den Veranstalter Hamburg Messe und den MS&D-Medienpartner Mönch Verlag, vertreten durch die Zeitschrift NAVAL FORCES. In den Vorträgen sei auch deutlich geworden, dass ein Großteil der Bedrohungen nicht alleine militärisch zu lösen ist. Darüber bestehe ein großer Konsens, so Feldt. Begrüßenswert sei in diesem Zusammenhang die Aufmerksamkeit, die die Politik der MS&D mit der Eröffnung durch Staatssekretär Rüdiger Wolf (BMVg) sowie durch die Teilnahme von Dagmar Wöhrl, maritime Koordinatorin der Bundesregierung und Parlamentarische Staatssekretärin im Bundeswirtschaftsministerium, und dem Parlamentarischen Staatssekretär Thomas Kossendey (BMVg) widmete. Wöhrl forderte, dass die internationale Staatengemeinschaft mehr tun müsse, um zum Beispiel in Somalia wieder stabile staatliche Strukturen aufzubauen. Dadurch ließe sich die Seekriminalität besser bekämpfen. Wichtig sei es, an die Ursachen der Piraterie heranzugehen.
Konteradmiral Ulrich Otto, Chairman des Defence-Themenblocks, der die lokalen Krisenherde und Verteidigungsmaßnahmen in den Mittelpunkt stellte, hob die besondere Rolle der MS&D für die internationale Zusammenarbeit hervor: „Die MS&D und andere Veranstaltungen dieses Zuschnitts spielen im Hinblick auf die Kooperationen der Marinen untereinander und mit Unternehmen der maritimen Industrie eine äußerst wichtige Rolle. Die MS&D hat in diesem Zusammenhang eine bedeutende Funktion des Informations- und Erfahrungsaustauschs.“ Er konstatierte, dass sich die Marinen durchweg auf die neue Weltsituation und den Wandel ihrer Aufgaben eingestellt haben. Heute gehe es vorrangig um Krisenkontrolle, aber auch um humanitäre Unterstützung und Katastrophenhilfe. Die Vorträge zeigten überdies, dass in der Ausrüstung künftig neue Wege beschritten werden müssen. Man müsse weg von den großen Superschiffen und stattdessen verstärkt auf kleinere, flexiblere Marineeinheiten setzen.
Jan Wiedemann, Herausgeber des Magazins NAVAL FORCES, zieht ein positives Fazit: „Die MS&D-Konferenz sollte einen Überblick über die derzeitigen Konfliktherde und Gegenmaßnahmen geben und darüber hinaus noch bestehende Lücken aufzeigen sowie geeignete Maßnahmen zu deren Beseitigung vorschlagen. Diesem Anspruch ist die MS&D vollauf gerecht geworden.“ Die Mischung der Vortragsthemen, die Internationalität und die Ausgewogenheit zwischen operativen Themen und technischen Lösungen der Industrie sei sehr gut angekommen. Rund 50 Prozent der Vorträge steuerten Referenten aus der Industrie bei.

Teilnehmerstimmen bestätigten Wiedemanns Einschätzung. So hielt Rear Admiral Anders Grenstad, Naval Chief der Royal Swedish Navy, gerade die Themenmischung des Konferenzprogramms für sehr „fruchtbar”. Die Konferenz habe alle gegenwärtig wichtigen Bereiche abgedeckt.

Der Generalinspekteur der Peruanischen Marine, Vice Admiral José Ernesto Cueto, hatte besonderes Interesse an den Defence-Themen. Die MS&D habe einen guten Überblick über neue Entwicklungen im Bereich der Verteidigungstechnik gezeigt. Das sei für Perus Navy wichtig, da das Land eine lange, schwer zu schützende Küste besitze.

Für Rear Admiral Jorge Luis Gross Albornoz, Chief of Naval Operations Ecuadorian Navy, war insbesondere die Zweigleisigkeit - Konferenz und Fachmesse - wichtig, um sich auf diese Weise einen guten Überblick über die derzeit modernsten Überwachungs-, Sicherheits- und Verteidigungstechnologien machen zu können.

Die mehr als 60 ausstellenden Unternehmen hatten folglich großen Anteil am Gelingen der MS&D. Gezeigt wurden die Neuheiten im Marineschiffbau, in der Verteidigungs- und Überwachungstechnik sowie Techniken und Geräte zur Abwehr von Piraten. Durchweg hoben die Aussteller, darunter namhafte Werften und Schiffbauzulieferer, die hohe Qualität der Besucher hervor. Werner Lundt, Hauptgeschäftsführer des Verbandes für Schiffbau und Meerestechnik (VSM), begrüßte es, „dass die Etablierung der neuen Konferenz und Fachmesse MS&D in Hamburg so gut gelungen ist. Neben der SMM ist die MS&D eine hervorragende Plattform für die deutsche Schiffbauindustrie, ihre absolute Hightech-Kompetenz auch im Bereich Verteidigung zu demonstrieren.“
Werften und Schiffbauzulieferer aus Deutschland, Norwegen, Italien und anderen Ländern nutzten die MS&D, um neue Kontakte zu knüpfen. Bei TKMS war zwar das Modell eines Hubschrauberträgers ein absoluter Blickfang, aber in erster Linie wurden kleinere Einheiten nachgefragt, vielfach von Golfstaaten, unter anderem Bahrein, zur Verteidigung der Ölförderanlagen.

Bei Lürssen war man mit der Resonanz äußerst zufrieden. „Die MS&D war eine in jeder Hinsicht positive Veranstaltung. Für uns war die Qualität der Gespräche mit den richtigen Leuten wichtig“, sagte Jörg Ahrens, Sales Manager bei der Lürssen Werft, die gleichermaßen Kompetenzen im Yacht- und Marineschiffbau besitzt. Die gleiche Erfahrung machte Øystein Hukkelberg, Projektmanager bei dem norwegischen Unternehmen Gazelle, Spezialist für die Konstruktion von schnellen Aluminiumbooten: “Wir hatten einige Anfragen nach unseren Booten und haben dabei gute neue Geschäftskontakte gewonnen.“ Für Osvaldo Facchinetti, für Geschäftsentwicklung zuständiger Direktor bei Intermarine, italienischer Anbieter von kleineren Marineschiffen, Minensuch- und Patrouillenbooten, war es wichtig, „auf der MS&D Flagge zu zeigen.“

Eine Reihe von Unternehmen nutzten die MS&D, um Neuentwicklungen erstmals der Öffentlichkeit vorzustellen. So zeigte VFR Marine Service ein neues Rutschgel, das der Schiffsausrüster für den Einsatz auf Handelsschiffen eigens zur Abwehr von Piratenangriffen entwickelt hat. Das rote Gel wird, mit Wasser vermischt, mit Düsenschläuchen auf die Piratenboote gespritzt. Die Angreifer sollen dadurch jeglichen Halt verlieren. Christoph Kiese, Senior Manger Maintenance Service bei VFR, über die Besucherreaktionen: „Wir hatten 15 bis 20 Reeder hier und haben auch bereits Zusagen für Bestellungen erhalten.“

Ähnliches Reederinteresse registrierte Ralf Lange, Vertriebsleiter der Jabsco GmbH, an den Long Range Acoustic Devices (LRAD), den sogenannten Schallkanonen, eine Entwicklung des US-Unternehmens American Technology Corporation. Die Geräte dienen zur Warnung und Abwehr von Piraten per Schall.

Regen Besuch verzeichnete auch die Carl Zeiss Optronics GmbH, die ein neues Wärmebildsystem präsentierte, das jegliche Piratenannäherung auch in tiefster Dunkelheit mit absoluter Präzision entdeckt. Projektmanager Gerhard Richter konnte bei einer Reihe von Schiffseignern Interesse wecken.

Die Anbieter von Verteidigungssystemen und neuen unbemannten Fluggeräten waren auf der Messe bevorzugte Ziele der Marinedelegationen. Grischka Düppe, Leiter Forschung und Entwicklung in dem Zentrum für Funktionswerkstoffe (ZfW), einer gemeinnützigen, der Technischen Universität Clausthal-Zellerfeld angegliederten GmbH, war geradezu begeistert: „Wir hatten mit den Marineattachées und Delegationen genau das richtige Publikum.“ Im Fokus stand dabei die neue Hubschrauberdrohne, die vollautomatische Überwachungsflüge unternehmen kann.

Ein paar Schritte weiter bei der Diehl BGT Defence GmbH & Co.KG konnten die Besucher die ZfW-Drohne mit einem ebenfalls unbemannten und sensorbestückten Hubschrauber namens CAMCOPTER® S-100 vergleichen. Dr. Jörg Brechtefeld, bei Diehl für die Außenbeziehungen zur Marine zuständig, attestierte der MS&D einen „erfolgreichen Start mit einigem Potenzial nach oben.“

Die MS&D 2011 - international conference and exhibition on maritime security and defence hamburg, findet - alternierend mit der Weltschiffbaufachmesse SMM (2010) - im übernächsten Jahr auf dem Gelände der Hamburg Messe statt.

Info unter: www.msd2009.com

 

(Stand: 2. Oktober 2009)

Redaktion
Hamburg Messe und Congress
Angelika Schennen
+49 40 3569-2440
Infos unter:www.msd2009.com

 

 

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